Sommer, Sonne, Barfußwein

Zurück aus dem sonnigen Süden ins verregnete Deutschland. Dachte ich.

Aber überraschenderweise zeigte sich das deutsche Wetter nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub von seiner besten Seite und versüßte mir so die restlichen freien Tage.

Das musste natürlich ausgenutzt werden. Am Abend wurde der Sack Holzkohle aus dem Keller geholt, Nachbarn eingeladen und der Grill angeworfen.

Bratwürste, Geflügelspieße, Rindersteaks und Lamm kamen auf die „Zwei-Zonen-Glut“ meines Kugelgrills.

Bei der Frage nach dem flüssigen Essensbegleiter entschied ich mich für den kürzlich erstandenen Wein aus dem Hause Gallo in Kalifornien.

Zugegeben – es war das Etikett mit dem Fuß darauf und dem Namen “BAREFOOT” Wein, das mich zum Kauf veranlasste. Schließlich geht es in meinem Blog ja nicht vorrangig um Weinverkostungen oder kulinarische Erlebnisberichte.

Vielmehr blogge ich als Fußchirurg an dieser Stelle rund um das Thema “Fuß” und “Füße” im weitesten Sinne.

So habe ich in einem früheren Blogbeitrag ja auch schon über einen Wein mt dem Namen “Talus”, ebenfalls aus Kalifornien, berichtet.

Der weltweit operierende Winzerkonzern Gallo von der amerikanischen Westküste vertreibt seit geraumer Zeit ein hierzulande noch wenig bekanntes Weinsortiment dem Titel „BAREFOOT“ – also “barfuß”. Das Etikett ziert ein Fußabdruck, der je nach Rebsorte in einer anderen Frabe koloriert ist.

Einen Pinot Noir im lila Gewand konnte ich bereits mit Brian DeYoe bei meinem Aufenthalt als traveling fellow im Rahmen des GFFC Reisestipendiums in Dallas verkosten. Er konnte mich Anfang des Jahres aber nicht wirklich überzeugen. Zu wenig Komplexität und Struktur. Vielleicht nicht die am besten geeignete Rebsorte für die “BAREFOOT” Serie.

Für den Grillabend öffnete ich aber den Schraubverschluss des blau etikettierten Merlot mit dem stilisierten rechten Fußabdruck auf dem Label.

Purpur-violette Farbe mit leichten Kirchenfenstern am Glas beim Schwenken. Aromen von Kirsche, Brombeer und roter Johannisbeere bestimmen das fruchtbetonte Bukett. Ein Hauch von Zimt. Weich, und samtig am Gaumen. Tannine – was ist das? Angenehmer Abgang ohne langen Nachhall.

Kurz gesagt der ideale, unkomplizierte Essensbegleiter, der nicht nur zum roten Fleisch, sondern sogar zu Geflügel und Grillbratwürsten harmoniert. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Kein hochklassiger Meditationswein. Aber für rund 6 Euro hat man mit diesem Tropfen eine Menge Spaß ohne grand cru – Allüren im Glas.

Ein idealer Szenewein gereift unter der Sonne Kaliforniens zum Genießen von Essen, Sommerabend, Gästen und anregenden Gesprächen. Und genau das erwarte ich von einem Wein mit einem “barfüßigen” Image.

Kickoff your shoes and have fun!

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