Letzter Tag des GFFC Stipendiums bei Dr. Mark Myerson

Kaum zu glauben – heute war tatsächlich schon wieder mein letzter Tag im „institute for foot and ankle reconstruction“ des Mercy Hospitals in Baltimore unter der Leitung von Dr. Mark Myerson. Zu meiner Freude zum Abschluss noch einmal ein Tag, an dem ich Dr. Myerson und sein Team im Operationssaal erleben durfte.

Die Woche war wie Flug vergangen. Jeder Tag vollgepackt mit interessanten Fällen. Sei es in der Sprechstunde, im Operationssaal oder in den Konferenzen des Instituts.

Zeit also für ein Abschiedsfoto mit Mark Myerson. Festgehalten darin die Erinnerungen an eine faszinierende Zeit intensiver Hospitation aber auch an eine eindrückliche Persönlichkeit.

Und als Dr. Myerson heute schließlich bemerkte, dass ich sein Buch zum Nachlesen zwischen den Eingriffen aus good old Germany mitgebracht hatte, ließ er es sich nicht nehmen, mir eine nette Widmung hineinzuschreiben.

Die operativen Fälle des letzten Tages meines Fellowships, das ich von der Gesellschaft für Fußchirurgie (GFFC) zuerkannt bekommen hatte, waren echte fußchirurgische Leckerbissen.

Zum einen zeigte mir Dr. Myerson als Nebeneingriff zu einer Hallux valgus Korrektur eine „Verlängerungsoperation“ an der 2. Zehe. Bei der Patientin war das ästhetische Längenverhältnis der Zehen zueinander nicht korrekt. Bei einer Voroperation war zu viel Knochen entfernt worden.

Hierzu entnahm er aus der Ferse ein kleines Stück Knochen, das er dann in den Spalt zwischen Grund- und Mittelglied der 2. Zehe einfügte und mit einem Draht stabilisierte.

Da eine Zehenverlängerung Zug auf die vorhandenen Gefäße bringt, operiert Myerson diese Eingriffe ohne Blutleere oder Blutsperre. Somit ist eine unmittelbare Durchblutungskontrolle der operierten Zehe möglich.

Da die verlängerte 2. Zehe während der Operation auch tatsächlich etwas blasser wurde (im Vergleich zu den Nachbarzehen), hat Dr. Myerson die Zehe intraoperativ mit einem Nitrogel behandelt. Durch die gefäßerweiternde Wirkung dieses Medikaments, ließ sich die Durchblutung der Zehe verbessern, so dass der Längengewinn belassen werden konnte.

Bei Übersteckstellung der Großzehe im Zwischengelenk demonstrierte Mark Myerson bei einer weiteren Patientin eine Verkürzung der langen Beugesehne der Großzehe, was zu einer sehr guten Korrektur der Gelenkstellung führte.

Weitere Höhepunkte meines Abschlusstages waren zwei korrigierende Triplearthrodesen (Versteifung des unteren Sprunggelenks und der zwei angrenzenden Fußwurzelgelenke) und die Operation eines „Rheumafußes“.

Damit schließt sich das Kapitel „Reisestipendium der Gesellschaft für Fußchirurgie (GFFC) 2011“ für mich.

Die Erfahrungen, die ich sammeln und die Persönlichkeiten, die ich kennenlernen durfte, werden mir auf meinem weiteren Weg als Fuß- und Sprunggelenkchirurg unvergessen bleiben.

Danke Dr. Brian DeYoe (Dallas), Danke Dr. Mark Myerson (Baltimore)! Danke GFFC, Danke ORMED.DJO!

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