Hallux valgus und Rückfußoperationen

Der Mittwoch, 13. April 2011 war wieder als OP Tag geplant.

Zunächst konnte ich eine Ludloff-Osteotomie in Verbindung mit einer Akin-Operation bei Hallux valgus beobachten.

Der zweite Fall des Tages war wieder eine etwas aufwändigere Rückfußoperation. Hier war es bei einem Patienten aufgrund einer Schwäche der hinteren Tibialissehne zu einem Klickplattfuß mit inzwischen erheblichen Arthrosen im Bereich der Fußwurzel gekommen. Deshalb blieb Dr. Myerson keine andere Wahl als eine Triplearthrodese, also die Versteifung des unteren Sprunggelenks mit den beiden angrenzenden Fußwurzelgelenken, durchzuführen.

Bei der folgenden dritten Operation war es zusätzlich zum Klickplattfuß zu einem erheblichen Abweichen des Fußes nach außen (Abduktion) gekommen. Hier wurde von Myerson eine rezentrierende Doublearthrodese des Subtalargelenks und des Talonavikulargelenks (Versteifung des unteren Sprunggelenks und des Gelenks zwischen Sprungbein und Kahnbein) über einen ausschließlich medialen Zugang durchgeführt. Diesen Zugang und diese Operation konnte ich auch schon des Öfteren bei Prof. Dr. Markus Walther in München beobachten.

Auch heute war der letzte Eingriff wieder der aufwändigste. Ein Patient mit erheblichen Arthrosen im oberen und unteren Sprunggelenk zeigte auf den Röntgenbildern und im Computertomogramm eine sehr große Zyste im Sprungbein. Dr. Myerson entschied sich deshalb für einen Zugang von dorsal. Sonst bevorzugt er den lateralen Zugang mit Teilentfernung der unteren Fibula (Wadenbein). Nach z-förmiger Ablösung der Achillessehne wurde zunächst das obere Sprunggelenk vom Restknorpel befreit. Dann wurde das untere Sprunggelenk präpariert und die Knochenzyste von unten eröffnet, mit Knochenersatzmaterial ausgefüllt und schließlich beide Gelenke mit einem Marktnagel von plantar fusioniert.

Anschließend musste noch eine fortgeschrittene und mit erheblichen Knochenwucherungen ummauerte Arthrose des ersten Mittelfußgelenks (TMT-Gelenk) am selben Patienten und Fuß angegangen werden. Das gestaltete sich allerdings außergewöhnlich schwierig, da der Patient aufgrund des Ersteingriffs ja in Bauchlage war. So war bis zur stabilen Fixierung des ersten TMT-Gelenks es ein wenig “upside down surgery” notwendig.

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