Europäische Fußchirurgen tagen in München

Erst am vergangenen Wochenende war die Gesellschaft für Fußchirurgie (GFFC) mit ihrem Jahreskongress traditionellerweise in München zu Gast (siehe Blogbeitrag vom 03. Dezember 2011).

An diesem Wochenende stand München erneut im Fokus der Fußchirurgen.

Die Europäische Fuß- und Sprunggelenksvereinigung EFAS (European Foot and Ankle Society) hatte am 09. und 10.Dezember zum Expertenmeeting für Rückfußchirurgie in die bayerische Landeshauptstadt geladen.

Die international hochrangig besetzte Referentenliste ließ einiges erwarten.

Noch vor Beginn der offiziellen Wissenschaftssitzungen demonstrierte Professor van Dijk im Rahmen eines Workshops erneut seine Technik der Fersenbeinverschiebung mit der neuen Step Plate (Stufenplatte) der Firma Arthrex. Für mich eine willkommene Wiederholung, denn ich konnte ja bereits im September einen Workshop mit praktischen Übungen beim Referenten selbst in Amsterdam besuchen (siehe Blogbeitrag vom 09. September 2011).

Die erste wissenschaftliche Sitzung am Freitag beschäftigte sich mit arthroskopischen Techniken am Fuß und Sprunggelenk. Dr. Ian Winson aus Bristol (Großbritannien), Prof. Tahir Ogut aus Istanbul und Prof. Markus Walther aus München hielten in meinen Augen die beeindruckensten Vorträge dieser Sitzung.

Am Nachmittag schloss sich die Vortragsreihe über Erkrankungen der Achillessehne an. Die Vorgehensweise des spanischen Redners über die perkutane (nur kleine Hautschnitte) Reparatur erbrachte wenig neue Erkenntnisse hinsichtlich der inzwischen weitgehend standardisierten Operationstechnik.

Wer solche Operationen aber immer wieder durchführt weiß aber auch, dass die Ergebnisse zwar in der Regel gut sind. Aber eine Erfolgsrate von annähernd 100% sehr guten Ergebnissen mit Rückkehr auf das sportliche Niveau, wie es die Sportler vor der Operation hatten, erschien aber vielen Zuhörern doch etwas zu optimistisch.

Mit seinem sehr kurzweiligen Vortrag zum Thema Plantarfasziitis (im Volksmund oft nur „Fersensporn“ genannt) hatte Dr. Mark Davies aus London die Lacher auf seiner Seite. Neben wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen zum Thema Fersenschmerz machte der immer wieder eingestreute „knochentrockene“ britische Humor die Würze dieses Vortrags aus.

Am zweiten Tag des Meetings wurde in der ersten Vortragssitzung das Thema des Gelenkverschleißes im Bereich des Rückfußes beleuchtet. Ursachen wie beispielsweise Unfälle, Fehlstellungen oder Entzündungen als Auslöser der Knorpelschädigung wurden erörtert. Insbesondere der Vortrag von Dr. Sebastian Lieske vom Klinikum Magdeburg zeichnete sich durch die Darlegung eines absolut praxistauglichen Behandlungsalgorithmus für die Korrektur von Sprunggelenksfehlstellungen aus.

Die im Anschluß geführte Diskussion der im Anschluß vorgestellten, aber nicht ganz optimal vorbereiteten, Fallbeispiele wieß eine gewisse Schärfe in der Diskussion um die Sache auf.

Die Vorträge der folgenden wissenschaftlichen Sitzung betrachteten aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln den Prozess folgender Entscheidungsfindung: „Wann Versteifung, wann Gelenkprothese am oberen Sprunggelenk?“.

Zum Abschluss des Meetings wurden der Ballenhohlfuß und der Knickplattfuß, die beiden spiegelbildlichen Fehlstellungen des Fußes, hinsichtlich Ursachen, Diagnostik und Therapie sehr intensiv abgehandelt.

Äußerst positiv anzumerken ist die Herausgabe eines Skripts mit Zusammenfassungen der Vorträge des Symposiums. Nur vereinzelte Kollegen hatten es leider versäumt, ihre Arbeit in diesem Skript darzustellen. Schade.

1 Kommentar zu „Europäische Fußchirurgen tagen in München“

  • Sebastian Lieske:

    Dies war wirklich eine tolle Veranstaltung und bestens durch den EFAS- Vorstand und den local host Prof. Richter organisiert. Ihnen weiterhin viel Erfolg mit dieser sehr guten Webseite.
    S. Lieske

Kommentieren