Erster Op-Tag in Vancouver

Nach einer Reihe interessanter Fälle in der Sprechstunde war heute der erste Tag im Operationssaal der kanadischen Spezialklinik für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie.

Dr. Murray Penner aus dem Team von Dr. Younger hatte heute vier Fälle auf dem Op-Programm stehen, von denen ich hier in meinem Blog zwei näher beschreiben möchte.

Im ersten Fall musste Doktor Penner eine nicht vollständig verheilte Versteifung des unteren Sprunggelenks (siehe Pfeil im Bild unten links) operieren. Zunächst entfernte er die Schrauben und befreite das unvollständig versteifte Gelenk vom unzureichend verknöcherten Bindegewebe. Nachdem er dann die Knochenflächen mit einer Fräse und einem Meißel “angefrischt” brachte er zwischen die beiden so vorbereiteten Gelenkflächen des unteren Sprunggelenks eine Mischung “Augment” und Eigenknochen des Patienten ein. Der Eigenknochen war zuvor aus dem Beckenkamm des Patienten gewonnen worden. Bei “Augment” handelt es sich um eine vorbereitete Mischung aus Kalziumphosphat und Wachstumsfaktoren. Alle drei Anteile, also der Knochen des Patienten, die Kalziumphosphatkristalle und die Flüssigkeit mit den Wachstumsfaktoren werden von Dr. Penner unmittelbar vor dem Einbringen zwischen die Knochenflächen am OP-Tisch gemischt.

 

Nach dem “Ausstopfen” des unteren Sprunggelenkspaltes wird die Arthrodese (Versteifung) mit neu platzierten Schrauben unter Kompression gebracht, umso die Heilungsaussichten und somit eine feste Verknöcherung der Versteifungsoperation zu verbessern.

Als nächsten Programmpunkt führte Murray eine arthroskopische Versteifung („Schlüssellochtechnik“) des oberen Sprunggelenks bei Gelenkverschleiß (siehe Pfeil im Bild unten) durch. Beeindruckend schnell wurde das von Murray und seinem Assistenten durchgeführt. Das Risiko einer ausbleibenden Verknöcherung der Versteifung, das Risiko der Verletzung von Nerven und Gefäßen (wie bei offener Versteifungsoperation), das Infektionsrisiko und auch das Risiko einer gestörten Wundheilung können so auf ein Minimum reduziert werden.

Ich bin gespannt auf den morgigen Operationstag mit Alastair.

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