Der erste Tag im Op

Der heutige Dienstag, 12. April 2011 war für mich der erste OP Tag im Mercy Hospital Baltimore, an dem ich dem Team von Dr. Myerson auf die Finger schauen durfte.

Der erste Eingriff des Tages wurde von Myersons Partnerin Dr. Rebecca Cerrato durchgeführt. Sie entfernte ein Mortonneurom (gutartige Nervenwucherung) im dritten Intermetatarsalraum, also zwischen dem 3. Und 4. Mittelfußknochen. Dr. Cerrato war mit mir einer Meinung, dass eine MRT Diagnostik in den meisten Fällen nicht notwendig ist, sondern die klinische Diagnostik hier führend sei. Sie verwendet den Zugang ausgehend vom Fußrücken. Genauso wie ich fürchtet sie schmerzhafte Narben an der Fußsohle bei einem Hautschnitt von plantar, auch wenn der Weg zur Nervenwucherung in diesem Fall sicher kürzer wäre.

Anschließend hatte es Dr. Myerson mit einem Rheumafuß zu tun. Die Patientin war bereits anderen Orts wegen eines Hallux valgus (Basisosteotomie) operiert worden. Ebenso waren ihr dabei aufgrund der rheumatischen Gelenkzerstörung die Köpfchen des 2. Und 3. Mittelfußköpfchens entfernt worden. In der Folge kam es zum Rezidiv des Hallux valgus mit nun auch deutlichem entzündungsbedingtem Knorpelschaden. Und, wie kaum anders zu erwarten, war es zu Schmerzen an den verbliebenen Ballenknöchelchen der 4. und 5. Zehe gekommen.

Von Mark Myerson wurden nun folgerichtig die Köpfchen auch des 4. Und 5. Mittelfußknochens entfernt. Zudem führte er am Ballengelenk der großen Zehe eine Versteifung durch, um wieder einen stabilen 1. Strahl zu erreichen.

Der zweite Fall des Tages für Dr. Meyerson war ein spastischer Ballenhohlfuß mit Abweichung der Ferse nach innen (Pes cavovarus). Neben einer korrigierenden Triplearthrodese (Versteifung des unteren Sprunggelenks und der zwei angrenzenden Fußwurzelgelenke) führte Myerson eine Versetzung der vorderen Tibialissehne (Fußheber) auf den äußeren Fußrand durch. Zudem wurde die Basis des 5. Mittelfußknochens, welcher die Derotation des Fußes blockierte, entfernt.

Der aufwändigste Fall des Tages hinsichtlich des Präparationsaufwandes lag dann wieder in den Händen von Dr. Cerrato. Sie führte bei einem neuroosteopatisch (Charcot-Marie-Tooth Nervenerkrankung) zerstörtem Rückfuß eine Fusion (Versteifung) des unteren und oberen Sprunggelenks mit einem Marknagel durch.

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