AO Trauma Kurs Fuß und Sprunggelenk in Dresden

Heute ging der 10. AO Trauma Kurs Fuß und Sprunggelenk zu Ende.

Ein viertägiger Fortgeschrittenen-Lehrgang aus der Fortbildungsserie der Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (AO), der erfahrenen  Chirurgen Standards und Neuerungen in der Versorgung von Verletzungen und Fehlstellungen von Fuß und Sprunggelenk vermitteln soll.

Für diesen Jubiläumskurs hatten die Gastgeber der Unfallchirurgie an der Universitätsklinik Dresden Prof. Dr. Zwipp, PD Dr. Rammelt und PD Dr. Heineck ein ganz besonderes Programm zusammengestellt.

So waren neben Vorträgen aus angewandter Forschung und Praxis hinsichtlich der Versorgung von Verletzungen und Fehlstellungen an Fuß und Sprunggelenk zu Beginn jeder Morgenvorlesung auch kleine „Vortrags-Schmankerl“ eingebaut, die den Fuß aus ganz anderen Perspektiven beleuchteten.

So berichtete PD Dr. Klaue aus Lugano über den Klumpfuß als göttliches Zeichen in der Erzählung von Oedipus aus der griechischen Mythologie.

Prof. Dr. Dr. Bartonicek aus Krč dozierte über die historische Entwicklung der Sprunggelenkchirurgie. Erstaunlich was in der modernen Traumatologie des Knöchels davon heute noch aktuell ist.

Die anatomischen Kenntnisse des Fußes von Künstlern aller Epochen und deren Darstellung dieses Organs in Gemälden und Skulpturen war Thema des Jubiläumsvortrags von Dr. Cronier aus Angers. Er bescherte dem Auditorium eine wahre Bilderflut von Füßen unterschiedlichster Form und Darstellung aus vielen großen Museen der Welt.

Neben den theoretischen Vorträgen über den „state of the art“ in der Diagnostik und Versorgung von Verletzungen des Fußes und Sprunggelenks wurden die praktischen Übungen unter Anleitung der Dozenten von den Teilnehmern als besonders wertvoll angesehen.

Insbesondere der Rückfuß, also Fersenbein und Sprungbein sowie deren angrenzenden Gelenke, erfordert vom Chirurgen ein hohes Maß an dreidimensionaler Vorstellungskraft.

Dies verdeutlichte die äußerst witzige Idee von Dr. Cronier. Er forderte die in der Fußchirurgie erfahrenen Kursteilnehmer auf, ein Sprungbein und ein Fersenbein aus Knetmasse zu formen.

Dies erwies sich als sehr anspruchsvolle Aufgabe. Schließlich hält der Chirurg die jeweiligen Knochen ja nie isoliert und aus ihrem Verbund im Rückfuß herausgelöst in der Hand.

Ein rundum gelungener und absolut empfehlenswerter Lehrgang.

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