Fellow bei Dr. Mark Myerson – der erste Tag

Am heutigen Montag war mein erster Tag bei Mark Myerson im Institute for Foot & Ankle Reconstruction des Mercy Medical Center Baltimore. Nach einem festen Händedruck am Morgen und kurzer Vorstellung seiner Fellows hieß es „let`s go“.

Das war der Startschuß für die Sprechstunde. Dr. Myerson legt dabei großen Wert auf einen pünktlichen Beginn seiner Sprechstunde um genau 8:00 Uhr.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Von seinen Fellows (Oberärzten) jeweils voruntersuchte Patienten saßen in insgesamt fünf verschiedenen Behandlungszimmern.

Dr. Meyerson ließ sich dann bei neuen Patienten jeweils kurz die Vorgeschichte, das Problem des Patienten und den Untersuchungsbefund seines Fellows vortragen.

Dann, trotz allen Zeitdrucks, nahm er sich doch immer ausreichend Zeit für eine eigene Untersuchung und Betrachtung der Röntgenbilder, die von seinen Fellows schon veranlasst worden waren.

Noch mehr Zeit nahm er sich, seinen Patienten ausführlich die Behandlungsoptionen zu erörtern. Dabei ging er neben konservativen Behandlungsmöglichkeiten auch auf möglicherweise anzuwendende Operationstechniken ein. Ausführlich besprach er die bestehenden Erfolgsaussichten, aber auch die möglichen Risiken und Komplikationen.

Zwischen den Räumen war Mark Myerson dann oft so schnell unterwegs, dass man als „Visting Fellow“ schon sehr schnell seine Fragen stellen musste. Gelang einem das, war Dr. Myerson aber jederzeit bereit, auf dem Flur zwischen den Behandlungszimmer ausführlich auf solche Fragen einzugehen.

Bis 12:45 Uhr hatte Dr. Myerson auf diese Weise knapp 30 Patienten gesehen, befragt, untersucht und hinsichtlich der Behandlungsweise beraten.

Neben seinen beiden fest angestellten Oberärzten (Fellows) war neben mir noch ein weiterer Besucher als Visiting Fellow aus Großbritannien zu Gast.

Ich glaube nicht ganz ohne Stolz wurden wir von Dr. Myerson den Patienten als Gäste aus England und Germany vorgestellt.

Um 12:45 Uhr hieß es für uns (zwei Fellows und zwei Visiting Fellows) dann nur kurz „see you at one o’clock sharp guys“. Damit war die Mittagspause eingeläutet.

Das hieß im Klartext etwa 12 min Zeit in der Cafeteria der Klinik schnell ein Sandwich und etwas Flüssiges zu sich zu nehmen, bevor pünktlich um 13:00 Uhr die Nachmittagssprechstunde begann.

Mit unvermindertem Tempo ging es dann weiter.

Bis etwa 16:00 Uhr hatte Doktor Meyerson insgesamt 53 Patienten mit ihren Röntgenbildern gesehen, untersucht und hinsichtlich Therapie beraten.

Anschließend fand im Gemeinschaftsraum eine Fallkonferenz mit der Demonstration einer Auswahl in dieser Woche zur Operation anstehender Patienten statt.

Eine hervorragende Gelegenheit nun auch ausführlich Fragen zu stellen.

Dr. Meyerson selbst stellte pro Fall meist nur eine kurze Anamnese, einen kurzen Befund und das Röntgenbild auf dem großen Bildschirm vor. Dann fragte er seine Assistenz- und Oberärzte, was sie im jeweiligen Fall tun würden und worauf zu achten sei. Er diskutierte ausführlich mit Ihnen, warum er in diesem Fall genauso oder anders vorgehen würde.

So wurde jeder vorgestellte Patient bis zur am besten erscheinenden operativen Lösung des Problems erarbeitet  – „teaching“ in Reinkultur. Genial.

Um 17:30 Uhr schließlich ging ich vollgepackt mit Informationen aber auch Fragen zurück in mein Hotel.

Morgen ist Op-Tag, ich kann es kaum erwarten.

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