02-02-2011 Erneut Operationen “eingefroren”

Das Eis hat Dallas weiter im Griff. Eiszapfen überall. Kein Wunder bei Temperaturen um die minus 10 Grad.

Zu den katastrophalen Straßenverhältnissen gesellten sich heute auch noch Stomausfälle in ganz Nord-Texas. Auch Brians Haus war betroffen. Mein Hotel gottlob nicht – oder hat es ein Notstromaggregat?

However – Brain hatte heute Sprechstunde und ich folgte seinem Vorschlag mit Dr. Robert “Bob” Angelier in den OP zu gehen.

Aber auch sein Op-Programm musste dem Wetter Tribut zollen. Es wurde ebenfalls auf zwei Operationen gekürzt. Ärgelrich aber verständlich, wenn Patienten für einen Elektiveingriff nicht das Risiko eines Verkehrsunfalls auf sich nehmen wollen.

Zudem mußten wir am Morgen noch eine Stunde auf die Ankunft des Anästhesisten warten. Er stand mit seinem Auto an einem Bahnübergang vor einer heruntergelassenen Schranke im Stau, als ein “power outage” (Stromausfall) genau diese Schrankenanlage lahm legte – “shi… happens”.

Der erste Operationspunkt war eine Cheilektomie bei Hallux rigidus. Auf die Frage, wieviel Grad Dorsalextension er mit dem Eingriff im Großzehengrundgelenk erreichen wolle, antwortete Bob: “zumindest so viel wie im Grundgelenk der zweiten Zehe möglich ist” – ein Beleg dafür, wie funktionell seine Überlegungen bei der Planung von solchen Operationen ist.

Der zweite Fall war ein Hallux valgus. Der Metatarsus primus adductus zeigte bei der präoperativen Untersuchung aber eine erhebliche Flexibilität, um nicht zu sagen Instabilität, in der transversalen Ebene.

Daher bestand Bobs Lösung des Problems nicht allein in einer V-Osteotomie des Metatarsale 1 mit langem dorsalem Schenkel (wie von Kalish 1983 beschrieben).  Sondern er führte zusätzlich einen Transfer der Adductor Hallucis Sehne durch, um eine erneute Abspreizung des ersten Metatarsale zu verhindern.

Den zwangsläufig freien Rest des Nachmittags nutzte ich zum Stöbern bei Barnes & Noble, einem der größten Buchläden von Dallas.

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